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  1. 1898–1914

    1. Gründung und frühe Geschichte

    Die Schützen­gesellschaft Unterigling wurde im Herbst 1898 gegründet. Zu den frühen Mitgliedern gehörten u. a.:

    • Benno Gerum
    • Sylvester Schwarz
    • Josef Mayer
    • Richard Erdle (Schmiedemeister)
    • Verwalter Soedler (Schloss Igling)

    Geschossen wurde im Gasthaus „Zum Weißen Lamm", wo die Männer des Dorfes regelmäßige Schießabende und Preisschießen durchführten.

    Der Erste Weltkrieg (1914–1918) brachte das Vereinsleben vollständig zum Erliegen.

  2. 1919–1939

    2. Wiederbeginn und Aufschwung

    Nach Kriegsende fanden sich die heimgekehrten Männer wieder im „Weißen Lamm" zusammen. Wertvolle Einblicke liefern die Schießbücher von 1928–1933, die zahlreiche Schützen aus Unterigling und den umliegenden Höfen nennen.

    Die 1930er Jahre waren geprägt durch:

    • gut besuchte Preisschießen
    • Schützenball am rußigen Freitag
    • steigende Mitgliederzahlen
    • Kleinkaliberschießen am „Iglinger Keller"
    • Feier des 40-jährigen Jubiläums 1938

    Der Verein war fest im Dorfleben verankert.

  3. 1939–1950

    3. Der Zweite Weltkrieg und Vereinsverbot

    Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs mussten viele Schützen zum Militär. Die letzten Schießen fanden mit Kriegsurlaubern statt.

    • Letztes dokumentiertes Schießen: 20. März 1943
    • Ab 1945: Vereinsverbot durch die amerikanische Militärregierung
    • Die alte Schützenkette mit 8–9 Talern ging verloren
    • Vereinsstutzen und viele Unterlagen wurden eingezogen oder vernichtet

    Erst 1950 war eine Neugründung wieder erlaubt.

  4. 1950–1961

    4. Wiedergründung und Neubeginn

    Am 2. September 1950 erfolgte die offizielle Wiedergründung als „Sport- und Schützenverein Unterigling".

    Vorstandschaft 1950:

    • 1. Schützenmeister: Willi Braun
    • 2. Schützenmeister: Rasso Schorer
    • Schriftführer/Kassier: Josef Lidl

    Der Schießbetrieb war anfangs improvisiert: Aus der Gaststube wurde durch ein Loch in der Wand in die Küche geschossen, der Kugelfang war ein Planenlappen neben dem Herd.

    Die Mitgliederzahlen entwickelten sich jedoch positiv (48 Mitglieder 1953).

  5. 1961–1975

    5. Ausbau & Modernisierung

    Wichtige Ereignisse:

    • 1961: Erste Schützenkönigin – Anneliese Gossner
    • 1968: Neubau eines Schießstandes im ehemaligen Kuhstall
    • 1968: Erste große Vereinsfahrt
    • 1971: Großes Primizfest im Dorf
    • 1972: Offizielle Umbenennung in Schützen­gesellschaft Unterigling
    • 1973: 75-Jahr-Feier mit Jubiläumsscheibe

    Ende der 1970er-Jahre übergab Ludwig Maier sein sorgfältig geführtes Archiv an die nächste Generation.

  6. 1976–1988

    6. Eigenbetrieb & großes Vereinsleben

    Ab 1976 durfte die Schützen­gesellschaft das Gasthaus „Zum Weißen Lamm" zeitweise selbst betreiben. Mitglieder renovierten das Schützenheim in Eigenleistung.

    Wichtige Aktivitäten dieser Zeit:

    • Radsport­veranstaltungen
    • Dolomitenfahrt 1977 (legendär in der Vereinsgeschichte)
    • zahlreiche Grillfeste, Ausflüge & Faschingswägen
    • 1983: 85-jähriges Jubiläum mit Waldmesse
    • 1985: Fertigstellung der neuen Schießanlage im Obergeschoss
    • 1988: großes 90-jähriges Gründungsfest im Pfarrgarten

    Der Verein zählte zu dieser Zeit bereits über 90 Mitglieder.

  7. 1988–1998

    7. Veränderungen & Höhepunkte bis zur Jubiläumsfeier

    Die späten 80er und 90er Jahre waren geprägt von:

    • kreativen Faschingswägen (z. B. „Blüms Gesundheitsreform", „Pflegeversicherung")
    • geselligen Grillfesten am Geiselsberg
    • „Iglinger Bauernballett" (legendärer Auftritt 1991 zum 60. Geburtstag von S. Schneider)
    • Müllsammelaktionen („Saubere Umwelt")
    • Vereinsfahrten nach Prag, Budapest, Berlin, Paris, Wien
    • Umbau-, Reinigungs-, und Stützaktionen rund um das Schützenheim
    • einer stabilen Mitgliederentwicklung

    1998 zählte der Verein 128 Mitglieder.

  8. 1920–1998

    8. Schützenmeister

    ZeitraumSchützenmeister
    1920–1936Sebastian Spreigl
    1937–1940Sylvester Schneider
    1941Johann Schneider sen.
    1942Max Stier
    1943Ludwig Maier sen.
    1944–1949Vereinsverbot
    1950Willi Braun
    1951–1955Ludwig Gossner
    1956–1959Heinrich Spreigl
    1960–1963Ludwig Gossner
    1964–1967Otto Brugmoser
    1968–1975Ludwig Maier
    1976–1979Otto Brugmoser
    1980–1987Hermann Häusler
    1988–1994Hermann Wilbiller
    1995–1998Georg Hutter
  9. ab 1951

    9. Schützenkönige & Schützen­königinnen

    JahrKönig/Königin
    1951Alois Eberle
    1952Josef Lidl jun.
    1953Ludwig Gossner
    1954Richard Erdle
    1955Burkhard Morgenländer
    1956Heinrich Spreigl
    1957Johann Schneider
    1958Johann Löcherer
    1959Josef Brugmoser
    1960Franz Sinnl
    1961Anneliese Gossner
    1962Hermann Ried
    1963Otto Brugmoser
    1964Otto Schwarz
    1965Ludwig Maier
    1966Herbert Filser
    1967Otto Brugmoser
    1968Siegfried Wilbiller
    1969Sylvester Schneider
    1970Otto Brugmoser
    1971Johann Rid
    1972Karl Dodl
    1973Herbert Filser
    1974Ludwig Maier
    JahrKönig/Königin
    1975Gerd Schneider
    1976Anna Brugmoser
    1977Anna Rupp
    1978Josef Rid
    1979Franz Zink jun.
    1980Georg Schwarz
    1981Sylvester Schneider
    1982Heinrich Spreigl
    1983Annemarie Wilbiller
    1984Susanne Hutter
    1985Otto Rössle
    1986Susanne Hutter & Reinhard Rupp
    1987Hans-Jürgen Schneider
    1989Wolfgang Hausner
    1990Ernst Höfler
    1991Heinz Häusler
    1992Herbert Filser
    1993Georg Schwarz
    1994Roland Hollmann
    1995Hermann Wilbiller
    1996Albert Schorer
    1997Johann Trommer
    1998Günter Reimers
  10. 1998

    10. Fazit zum Jubiläumsjahr 1998

    Im Jahr 1998, dem 100-jährigen Jubiläum, blickt die Schützen­gesellschaft Unterigling auf eine bewegte und lebendige Vereinsgeschichte zurück:

    • gewachsene Tradition
    • starkes Zusammengehörigkeits­gefühl
    • engagierte Ehrenamtliche
    • unzählige schöne Erinnerungen aus Festen, Fahrten und Fasching
    • moderner Schießsport auf solider Basis

    Die Schützen­gesellschaft Unterigling verbindet bis heute Gemeinschaft, Heimatgefühl und sportlichen Ehrgeiz.